
Dachte ich doch ganz kurz: Ja. Endlich. Der Papst ist weise. Das ist die Lösung, eine prima Idee. Ja. Dass da vorher niemand drauf gekommen ist:
Papst entscheidet
‘Condoms for Holocaust deniers’
Dummerweise hab ich mich verlesen. Schade eigentlich.


Dachte ich doch ganz kurz: Ja. Endlich. Der Papst ist weise. Das ist die Lösung, eine prima Idee. Ja. Dass da vorher niemand drauf gekommen ist:
Papst entscheidet
‘Condoms for Holocaust deniers’
Dummerweise hab ich mich verlesen. Schade eigentlich.

Heute möchte ich die günstige Gelegenheit nutzen, einmal davon zu berichten, womit ich so mein Geld verdiene.
So mancher mag sich jetzt wundern: Berichtet die nicht ständig von der Jobsuche? Wieso Arbeit? Ganz richtig! Tatsächlich bin ich ja derzeit arbeitssuchend, wie es ganz korrekt heißt. Dies bedeutet aber nicht, dass ich auch Arbeitslosengeld bekommen würde, denn ich bin zwar arbeitssuchend, aber nicht arbeitslos und verdiene sogar mein eigenes Geld! (Bitte Applaus an dieser Stelle, ich bin nämlich außergewöhnlich stolz darauf, dass ich trotz meiner doch etwas seltsamen Ausbildung noch NIE in meinem Leben staatliche Unterstützung in Anspruch genommen habe…) Ich bin nur nicht angestellt derzeit, sondern voll und ganz Freiberufler. Schoin. Bis hier.
Es ist also zu fragen, womit man demnach das Geld verdienen kann, wenn man sein Studium mit so wunderbaren Dingen wie Talmud lesen und übersetzen verbracht hat. Dies, wird man zugeben, wenn man genauer darüber nachdenkt, was sich empfiehlt, wenn man denn zu einem haltbaren Ergebnis zu kommen plant, ist eine gewichtige Frage. Äh, ja.
Hier also meine neueste Tätigkeit: Transkribieren Sie bitte folgende Zeilen in Quadratschrift und übersetzen Sie den Text in verständliches Deutsch:

Ausschnitt aus einer Predigt, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Nur um euch einmal einen Eindruck zu verschaffen, habe ich einen kleinen Ausschnitt eines Archivales eingefügt.
Der Text stammt aus einer jüdischen Gemeinde in Deutschland. Ich datiere ihn auf das Jahr 5586 (1825/26).
Und so ungefähr sieht das dann aus, wenn ich arbeite (weiß auch nicht, wieso die erste Zeilenzahl nicht an den Anfang rücken will…):
1 לשבת שובה תקפ”ו
2 ישעי/ הנביא אמר הרם קולך כשופר והגד לעמי פשעם ולבית ישראל חטאתם / וי”ל למה יאמר הרם קלך כשופר דוקא ולמה
3 לא אמר [ס]תם הרם קולך והגד לעמי וכ’ / ועוד למה תפס שתי : לשונות עמי. ופשעם וישראל ופשעם וחטאתם שהם שוגין
4 ומזיד / אך נראה שהגאון בעל יערות דבש אמר מי שהוא מוכיח לישראל צריך להיות לו הבחנה גדולה איך יסדר דבריו
5 וחו’ שלא לדבר דברי קנתורים לישראל כי מציין שישעי[ה] הנביא ע”ה נענש על שאמר בתוך עם טמא שפתים אנכי יושב אע”פ שאמר
6 על עצמו שהוא איש טמא שפתים / אעפ”כ נענש כי אין הקבה לדבר לשון הרע על ישראל
Für Shabbat Shuvah 5586
Der Prophet Jesaja sagte: Erhebe deine Stimme wie ein Widderhorn und berichte meinem Volk von seinem Vergehen und zeige dem Volk Israel seine Sünde auf. Man muss fragen, warum er ausgerechnet ‚Erhebe deine Stimme wie ein Widderhorn’ sagt und nicht einfach ‚Erhebe deine Stimme und berichte meinem Volk und so weiter’ sagt. Außerdem muss man fragen, warum er ‚mein Volk’ und ‚Israel’ und ‚Vergehen’ und ‚Sünde’ jeweils doppelt ausdrückt, denn es ist doch irreführend und verwirrend. Aber es scheint, dass der Gaon, der Verfasser der Yearot Dvash (‚Honigwälder’), sagte: Wer Israel zurechtweist, muss eine genaue Kenntnis besitzen, wie er seine Worte aneinander reiht, um Israel nicht zu verdrießen. Denn es wird gesagt, dass der Prophet Jesaja, der Friede sei mit ihm, dafür bestraft wurde, dass er gesagt hatte: Ich sitze (befinde mich) unter einem Volke des unreinen Wortes. Obwohl er das gleiche auch über sich gesagt hatte, wurde er trotzdem bestraft. Denn der Heilige, gepriesen sei er, will nicht, dass man schlecht über Israel redet.
Ist das nicht schön? So kommt der unbekannte Herr Rabbiner Z”L seitenweise (ich kann euch gar nicht sagen wieviele Seiten der Herr Z”L vollgepredigt hat…) vom Hölzchen aufs Stöckchen, vom Halbsatz zum Wort zum Anfangsbuchstaben und wie es sich gehört irgendwann natürlich auch vom Pil zum Pul. Und wieder zurück.
Da sage noch mal jemand, Judaistik sei sinnlos und das könne doch jeder!
In diesem Sinne:
אנא בכח

Kann es möglich sein, dass der Kölner Stadtanzünder einen tendenziösen Artikel unmittelbar vom Netz nimmt, weil ein Kommentar auf den irreführenden Inhalt bzw. die schlicht falsche Berichterstattung hinweist?
Habe auch ich etwa Einfluss auf die Medien? Jedenfalls finde ich schon 10 Minuten nach Erscheinen des Kommentars den Artikel nicht mehr im Internetauftritt des Blattes… Menschenskinder, vielleicht sitzt da nun grade ein armer Onlineredakteur mit Schweißperlen auf der Stirn und muss am heiligen Sonntag arbeiten.

Ich habe den armen alten Kater zurückgebracht. Nun habe ich neue Mitbewohner: seit ich zurück in der leeren Wohnung bin, verfolgt mich auf Schritt und Tritt das schlechte Gewissen. Wo ich auch hingehe, es ist schon vor mir da. Und damit nicht genug, nun habe ich neue Mitbewohner, fast so puschelig wie der Kater: Bienen versuchen nämlich, in meinen Regalen eine Wohnung zu bauen. Das ist dann wohl die Strafe.

Damit das Problem ein Gesicht bekommt, habe ich mal ein paar Bildchen hochgeladen:

Rashy am Fenster

Rashy auf dem Schrank

Rashy auf dem Bett
Man beachte die kleine schwarze Stoffmaus neben ihm auf der Decke. Er spielt nicht. Mit nichts. Nicht mit der Stoffmaus, nicht mit einer Kugel am Gummiband und auch nicht mit der Strohkugel mit Glöckchen drin. Nö, ist ihm zu blöd, dafür ist er wahrscheinlich viiiel zu erwachsen!

Wie im vorherigen Post nachzulesen, hat uns vor kurzer Zeit ein zugelaufener Kater auf die Idee gebracht, dass ein Haustier unsere kleine Familie prima ergänzen würde.
Da Hunde in dieser Wohnung nicht erlaubt sind und auch wegen der Größe der Wohnung prinzipiell ausscheiden, haben wir das Gedankenspiel mit einer Katze durchgespielt und uns nach einiger Überlegung und Abwägung der Konsequenzen tatsächlich für die Anschaffung einer Katze bzw. eines Katers entschieden. Nun wohnt seit Sonntag letzter Woche der 7jährige Kater namens Rashy bei uns und nach 5 Tagen des Zusammenlebens muss ich gehörige Selbstkritik üben und zugeben, dass zumindest ich die Konsequenzen meines Handeln nicht richtig ab- bzw. eingeschätzt habe. Das Schlimme dabei: Ich kann und will dem guten Kerl keine Vorwürfe machen, er ist es wirlich nicht Schuld!
Aber von vorne: den Kater erhielten wir von einer Tierarztpraxis und Kleintierpension, wo nicht mehr gewollte Tiere abgegeben werden können (wahrscheinlich statt Einschläfern oder so). Nach dem Einzug in die neue Wohnung war er naturgemäß zunächst verschreckt und versteckte sich unter dem Bett. Aber schon nach kurzer Zeit erkundete klein-Rashy auf eigene Faust und sehr vorsichtig die Wohnung. Er fand das Katzenklo und benutzt es seitdem vorbildlich. Er hat noch nichts, wirklich gar nichts kaputt gemacht, geht vorsichtig mit Möbeln und und sonstigen Einrichtungsgegenständen um, kratzt nirgendwo – nicht mal an seinem eigens angeschafften Kratzbaum! – und ist auch ansonsten wirklich ein prima Kerl.
Nur. Wir beide kommen nicht wirklich miteinander klar. Bekomme ich Besuch, kommt er, will gestreichelt werden, legt sich zum Besuch auf die Couch und schnurrt. Mich hingegen scheint Rashy nicht sonderlich zu mögen. Zu mir kommt er zwar auch regelmäßig, stupst mich mit dem Kopf an und tut so, als ob er gestreichelt werden will. Wenn ich ihn dann aber vorsichtig anfasse, bekomme ich ohne Vorwarnung (jedenfalls erkenne ich in seinem Verhalten keine Vorwarnung) wahlweise einen Hieb mit der Tatze oder einen richtigen Biss in den Arm ab. Auch ein kleines Loch von seiner Kralle verziert schon meinen dicken Lederstiefel (ich ziehe in der Wohnung meine Schuhe schon nicht mehr aus, weil ich Angst um meine Zehen habe!). Manchmal greift er regelrecht an, ich vermute, dass er sich dann von mir verfolgt und bedroht fühlt (z.B. weil ich aus dem einen in das andere Zimmer gehe und er dummerweise den gleichen Weg kurz vor mir geht). Dann dreht er sich plötzlich um, kommt fauchend, mit groß aufgerissenen Augen und schlagend und beißend auf mich zu, so dass mir nur die Flucht zurück bleibt. Schließlich möchte ich ihn nicht anbrüllen oder gar schlagen, das würde ihn wahrscheinlich nur noch mehr einschüchtern und seine Angst vor mir wäre dann ja auch begründet. So bin ich also mittlerweile dazu übergegangen, mich wenigstens nachts in einem Zimmer zu verbarikadieren, während Rashy das andere Zimmer und den Flur zur eigenen Verfügung hat. Schließlich möchte ich verhindern, dass ich in nächtlicher Kater-Attacke meine Nase oder ein Ohr verliere. Soweit also zu Problem Nummer Eins: Kater mag andere Menschen, aber nicht mich.
Problem Nummer Zwei ist ein Problem, für das Rashy noch viel weniger kann und wo es mir fast peinlich ist, hier darüber zu brichten. Ich sollte vielleicht vorschieben, dass ich – obwohl Raucherin! – eine extrem feine Nase habe (eine Freundin kann ein Lied davon singen: sie musste sich einmal mitten in der Nacht die Füße waschen, weil ich wirklich leichten Geruch im gleichen Zimmer nicht ertrug). Das Problem ist also der Geruch. Nicht der Geruch von Rashy selbst – der hat sich nach einem Tag in unserer Wohnung weitgehend normalisiert, soweit ich das aus der Distanz beurteilen kann… Nein, der Geruch des Katzenklos hat sich mittlerweile aus dem Flur feinsäuberlich über die gesamte Wohnung verteilt. Da ich im Moment ja zu Hause arbeite, kann ich zwar jedes Pfützchen und Häufchen kurz nach Entstehen beseitigen, aber trotzdem. Dieser Geruch macht mich wahnsinnig! Natürlich kann ich nun auch nicht mehr (im dritten Stock!) einfach alle Fenster zum Lüften aufreißen und einen guten Durchzug machen (wahlweise könnte er nach nach vorne auf die Straße oder hinten vom Balkon fallen), sondern die Wohnung nur noch per Kippfenster und bei eigener Anwesenheit (Katzen klemmen sich ja gerne mal in Kippfenstern ein…) vorsichtig lüften. Das verstärkt das Problem. Ich habe schon das komplette Katzenstreu ausgetauscht, in der Hoffnung, dass ein anderes Streu den Geruch besser bindet, aber es hilft nichts. Es stinkt – für meine Nase bestialisch -, während andere Leute den Geruch nicht mal wahrnehmen.
Rashy selbst benimmt sich derweil, solange er nicht in meine Nähe kommt, weiter bestens. Grade schläft er hinter mir auf einer Decke auf meinem Bett, manchmal setzt er sich auf die Fensterbank und schaut raus, mal liegt er auf irgendeinem Stuhl herum. Er ist wirklich ein vorbildlicher Kater, solange ich ihn nicht anfasse. Jeder andere scheint in streicheln zu dürfen, bei mir gilt: Kater in Ruhe lassen und auch wenn es so scheint, als sollte ich streicheln, besser nicht anfassen!
Nun ist die Situation also wirklich verzwickt. Die Beiß-Problematik in Kombination mit der Stink-Problematik lassen mich selbstkritisch werden und mich fragen, ob das eine gute Entscheidung war. Und ehrlich gesagt: Ich würde ihn lieber gestern als heute wieder abgeben. ABER: Rashy kann nun wirklich nichts dafür, er gibt sich alle Mühe, benimmt sich vorbildlich und ist an Süßheit einfach nicht zu übertreffen. Natürlich könnten wir ihn in die Tierarztpraxis zurückbringen und damit wäre das Problem ‘erledigt’. Aber dort käme er zurück in diese kleine Katzenbox von ein paar Centimetern, wo er dann wieder wahlweise im Katzenklo selbst oder auf der daneben liegenden Decke schlafen könnte, bis sich vielleicht jemand anders erbarmt. Aber das kann ich nicht. Er kann nichts dafür und hat das einfach nicht verdient.
Ich wälze also diese Frage im Kopf und fühle mich dabei wie das letzte ***. Frei nach dem Motto: Tier passt mir nicht, weg damit, scheiß auf die Verantwortung. Aber das kann ich nicht. Was nun?

Eigentlich müsste ich jetzt etwas vom Urlaub erzählen. Schließlich kam ich erst Freitag Nacht von 5 Tagen Erholungsurlaub bei meinen
verehrten niederländischen Nachbarn zurück – eine Erholung, die wir uns meiner Meinung nach redlich verdient hatten.
Jedenfalls. Zwei halbe Tage Amsterdam (1xPläster, 1xSonne) und drei Tage an der See (2xPläster, 1xSonne). Hier ein Foto und mehr erzähl ich nicht. Schließlich geht es um was ganz anderes!
Denn als wir am Samstag Morgen zur notwendigen Einkaufstour in den Supermarkt aufbrechen wollten, fanden wir – zusammengekauert unter dem Oma-Style-Einkaufswagen mit Pipi in der nicht vorhandenen Hose - ein schwarzes veränstigtes Haarbündel. Nachfragen im eigenen Haus ergaben, dass niemand eine Katze vermisse. Da hatte sich also jemand offensichtlich verlaufen. Schlecht nur, dass das Geschöpf ohne Halsband (Telefonnummer…) in der großengroßenStadt unterwegs war.
Auch das Auflassen der Hausttür – verbunden mit der Entführung des Oma-Style-Einkaufswagen-Verstecks – bewegte den Rumtreiber nicht, sich auf den Heimweg zu machen. Und dann kam das Gefühl dazu. Ich konnte beim besten Willen nicht verantworten, diesen jungen Kater (als solcher hatte er sich mittlerweile entpuppt) wahlweise auf die vielbefahrene Straße vor dem Haus oder das Dach meines Wohnhauses zu setzen. Das Tierheim hatte ebenfalls schon zu und telefonisch sind sie sowieso und überhaupt erst Montag wieder erreichbar. Also fix ein Notfallplan: Wasser ins Töpfchen, bisschen Trockenfutter, bisschen Dosenfutter und aus zwei Pappkartons ein Klöchen gebastelt – fertig war die Notaufnahmestation Schwarzer Kater. Schwarzer Kater inspizierte hochselbst die Wohnung (Zimmer für Zimmer) und befand meine Couch als Platz wo man sich nach stärkender Mahlzeit erstmal gemütlich ausschlief (und dabei natürlich ganz fürchterlich süß schnurrte). Während dessen druckte der Drucker schon die Suche nach dem Besitzer des Kerlchens. Kerlchen selber schlief weiterhin abwechselnd, aß, trank, machte mmh und mmh (ins Klo, juhu), spielte vergnügt oder ließ sich schnurrend streicheln. – Herz auf, schwarzer Kater rein, Herz wieder zu. -
Die etwas kurze Nacht (wen interessiert das schon) verbrachte Schwarzer Kater zunächst auf einem Stuhl mit Kissen im Schlafzimmer, arbeitete sich aber unablässig Richtung mein Kopfkissen vor. Schließlich einigten wir uns freundschaftlich darauf, dass er das Fußende nutzen darf und ich dafür etwas zur Seite rutsche.
Heute Morgen klingelte das Telefon, der rechtmäßige Besitzer (alleinerziehender Papa von drei Kindern) konnte den Ausbüchser zweifelsfrei identifizieren und hat ihn gleich abgeholt (wieso hat der Schwarze Kater vor uns keinerlei Angst, versteckt sich aber vor Herrchen in der hintersten Ecke unterm Bett…). Uns bleibt nur die Erinnerung, dieses Foto und die Frage, ob nicht ein Tier hier sehr schön wohnen könnte. Oje.

entschieden. Und dies sind die Entscheidungen im Einzelnen:
Ich werde nicht im Kindergarten arbeiten. Ich werde sowas von definitiv und überhaupt nicht im Kindergarten arbeiten, dass ich morgen früh auch nicht in den Kindergarten fahren werde, um einen Arbeitstag lang zu hospitieren. Statt dessen werde ich dort anrufen und offiziell mitteilen, dass ich an der Stelle nicht interessiert bin und sie ablehnen würde, selbst wenn die Wahl aller Wahlen auf mich fiele. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach bin ich nämlich nicht in der Lage, kleinen Kindern einen authentischen und selbstbewussten Glauben (welchen auch immer) nahezubringen. Dafür sind andere weit besser geeignet. Und ich habe nicht sechs Jahre lang studiert und danach eine weitere zweijährige Zusatzausbildung gemacht, um dann – bei allem ehrlichen Respekt vor Erziehern und Erzieherinnen! – ohne Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten fernab in einem, und sei er noch so toll und süß, Kindergarten auf nicht absehbare Zeit zu versauern. Entscheidung 1.
Ansonsten gibt es nun eine Hierarchie, was meine zukünftige berufliche Entwicklung angeht:
Wenn ich eine Stelle bei meinem ehemaligen Arbeitgeber bekäme, würde ich sie nehmen. Denn sie böte mir langfristig wohl die besten Chancen, aufzusteigen und einer interessanten und verantwortungsvollen Tätigkeit nachzugehen, auch wenn ich in der näheren Zukunft wohl kaum mit meinem eigentlichen Fachgebiet, der Judaistik, zu tun hätte. Insofern: langfristige Karriereplanung statt kurzfristiger Interessensentscheidungen. Entscheidung 2.
Wenn sich in den nächsten Wochen die Möglichkeit böte, in dem Bereich zu arbeiten, in dem ich in den letzten zwei Jahren ausgebildet wurde, würde ich ein solches Angebot wohl erst einmal annehmen. Als Archivarin mit Spezialgebiet jüdische Geschichte in Quellen könnte sich auch die eine oder andere spannende Zukunftsaussicht ergeben. Und dann kann man immer noch weitersehen. Entscheidung 3.
Ich werde versuchen, das Projekt Dissertation trotz allem weiter zu betreiben. Deshalb erhalte ich meine Stipendienanträge auch vorläufig aufrecht. Sollte alles andere schief oder sogar arsch-schief gehen, bleibt immer noch die Möglichkeit, dass jemand Geld dahin investieren will, mich zu Frau Doktor Gingit zu machen. Dies wäre dann aber der letzte Ausweg, denn hierarchischen Vorrang hat, wie erläutert und beschlossen, die sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeit. Sollte ich also einen der anderen Jobs bekommen, würde ich versuchen, auf lange Sicht nebenbei die Diss zu schreiben, statt mich mit Stipendium da in 2-3 Jahren durch zu hetzen. Entscheidung 4.
So. Das waren sehr viele Informationen auf einmal. Aber jetzt ist wenigstens ein bisschen klarer, wieso ich in den letzten Wochen und Monaten ständig nachdenken musste, ohne zu konkreten Ergebnissen zu kommen. Ich musste alle diese Optionen und ihre individuelle Bedeutung für meine nahe, mittelfristige und sogar ferne Zukunft von vorne nach hinten und auch wieder von hinten nach vorne drehen und wenden und abwägen und aufwägen. Da kann man schon mal verwirrt werden.
Aber nun gibt es ja Entscheidungen, spannend bleibt jetzt allenfalls, ob ich mich in einem halben Jahr auch noch an diesen Entscheidungen messen kann…
Zum Abschluss noch ein Liedchen zum Sinnieren:

nach elf Tagen der Starre möchte ich statt großer Worte dieses Bild eines verehrten Kollegen, ursprünglich von hier, auf meiner Seite zeigen. Ich werde gar nicht erst versuchen, Gedanken und Gefühle zu formulieren, sondern vertraue auf die Wirkung des Bildes in seiner furchtbaren Klarheit.
